Schulleitungen und Auswahlkommissionen wollen meist sofort einige Dinge wissen: Haben Sie die Lehramtsbefähigung für diese Fächer und Schulform, was haben Sie unterrichtet, und was hat sich für Ihre Schülerinnen und Schüler verändert? Diese Vorlage beantwortet das in genau dieser Reihenfolge. Sie setzt die Lehramtsbefähigung unter das Kurzprofil und nutzt das kompakte Layout, das zwölf Jahre an drei Schulen auf eine Seite bringt.
Das Beispiel gehört einer Lehrerin für Biologie und Chemie in der Sekundarstufe I. Der gleiche Aufbau funktioniert für Grundschule, Gymnasium, Berufsschule, Förderschule und Sprachunterricht. Ersetzen Sie die Inhalte durch Ihre eigenen und löschen Sie Abschnitte, die Sie nicht brauchen.
Die Vorlage auf einen Blick
| Einstellung | Diese Vorlage |
|---|---|
| Layout | Kompakt, einspaltig |
| Länge | Eine Seite, zwei bei langer Laufbahn mit Funktionsstellen |
| Geeignet für | Grundschule, Sekundarstufe I und II, Förderschule, Berufsschule, DaF und DaZ, Kita-Leitungen |
| Reihenfolge | Profil, Lehramtsbefähigung, Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse, Sprachen |
| Passt auch zu | Schlicht (mehr Weißraum), ATS-freundlich (für Online-Portale von Ländern und Trägern) |
Worauf Schulleitungen achten
Eine Schulleitung versucht beim Lesen, sich Sie in einem echten Klassenzimmer ihrer Schule vorzustellen. Sie sucht nach Fächern, Schulformen und Jahrgängen, die Sie unterrichtet haben, nach Ihrem Umgang mit einer Klasse, nach Zusammenarbeit mit Kollegium und Eltern und danach, ob Ihre Schülerinnen und Schüler etwas gelernt haben.
Bei öffentlichen Schulen laufen Bewerbungen oft über Online-Portale der Länder, bei freien Trägern über eigene Systeme. Dort zählen die Fächerkombination, die Lehramtsbefähigung und Begriffe aus der Ausschreibung, etwa „Inklusion“, „Ganztag“ oder „Digitalisierung“. Wenn diese Begriffe klar im Lebenslauf stehen, kommen Sie öfter durch die erste Auswahl.
Engagement über den eigenen Unterricht hinaus zählt auf jeder Stufe. Eine AG leiten, Studierende im Praxissemester betreuen oder eine Fachkonferenz führen zeigt, dass Sie der Schule mehr geben als Ihre Stunden.
So schreiben Sie jeden Abschnitt
Kopfbereich und Kontaktdaten
Name, angestrebte Stelle, Wohnort, E-Mail und Telefonnummer. Ein Link zu einem Portfolio mit Unterrichtsmaterial ist eine gute Ergänzung, wenn es aktuell ist. Die vollständige Adresse ist bei Online-Bewerbungen meist nicht nötig. Angaben zu Geburtsdatum oder Familienstand sind freiwillig.
Nutzen Sie eine Bezeichnung, die zur Ausschreibung passt, zum Beispiel „Lehrerin für Biologie und Chemie, Sekundarstufe I“ oder „Grundschullehrer, Klassen 1 bis 4“.
Kurzprofil
Zwei oder drei Sätze: Ihre Fächer und Schulformen, Ihre Berufsjahre und eine Sache, die Ihren Unterricht ausmacht. Die Beispiele zeigen das Muster:
Nach dem Referendariat: Grundschullehrerin mit frisch bestandenem Zweiten Staatsexamen und einem Jahr eigenverantwortlichem Unterricht in einer dritten Klasse. Ich plane handlungsorientierten Mathematikunterricht, arbeite mit Lesegruppen und halte Eltern wöchentlich auf dem Laufenden.
Erfahrene Lehrkraft: Lehrer für Deutsch und Geschichte mit sieben Jahren an einem Gymnasium, Sekundarstufe I und II. Ich unterrichte Schreiben als Prozess, lasse Schülerinnen und Schüler Diskussionen leiten und habe Leistungskurse wie Förderkurse unterrichtet.
Fachkonferenzvorsitz: Lehrerin mit zwölf Jahren Unterrichtserfahrung, davon neun in Biologie und Chemie der Sekundarstufe I. Ich plane experimentelle Unterrichtseinheiten, nutze Lernstandsdaten für neue Gruppen und leite die Fachkonferenz Naturwissenschaften.
Lehramtsbefähigung
Nennen Sie Lehramt, Fächer, Schulform und das Bundesland: „Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen, Deutsch und Geschichte, Nordrhein-Westfalen, 2018.“ Läuft das Referendariat noch, schreiben Sie den voraussichtlichen Abschluss dazu. Zusatzqualifikationen wie DaZ, Sonderpädagogik, bilingualer Unterricht oder eine Drittfach-Erweiterung gehören ebenfalls hierher, weil Schulen oft genau danach suchen.
Das Beispiel stellt die Lehramtsbefähigung direkt unter das Profil. Eine Schulleitung sieht so in Sekunden, dass Sie für die Stelle infrage kommen. Die Überschrift ist in „Lehramtsbefähigung“ umbenannt, damit klar ist, was darin steht.
Berufserfahrung
Schulen in umgekehrter Reihenfolge, die neueste zuerst. Nennen Sie Schule, Funktion, Ort und Zeitraum. Ergänzen Sie eine kurze Zeile Kontext: Jahrgänge, Fächer, Zahl der Lerngruppen und Besonderheiten wie Inklusion, Ganztag oder bilingualer Zweig.
Dann drei bis fünf Stichpunkte für die aktuelle Schule und ein bis drei für frühere. Jeder Stichpunkt sollte zeigen, was Sie aufgebaut, geleitet oder verbessert haben. Das Referendariat ist eine eigene Station mit Schule und Fächern.
Kenntnisse
Gruppieren Sie Kenntnisse in wenige beschriftete Zeilen: Unterricht, Klassenführung und Werkzeuge. Das Beispiel nutzt genau diese drei. Nennen Sie nur, wozu Sie im Gespräch ein Beispiel erzählen könnten.
Ausbildung
Studium mit Hochschule und Zeitraum, bei Lehrkräften meist Bachelor und Master of Education oder das Erste Staatsexamen. Ein berufsbegleitender Abschluss, etwa in Schulmanagement, steht oben. Berufseinsteiger können das Thema der Masterarbeit oder Schwerpunkte ergänzen, erfahrene Lehrkräfte brauchen hier nur die Abschlüsse.
Stichpunkte zur Berufserfahrung schreiben
Starke Stichpunkte zeigen, was Sie getan haben und was dadurch für Schülerinnen, Schüler oder das Kollegium passiert ist. Ein einfaches Muster: was Sie getan haben + für wen + was sich geändert hat.
- Schwach: „Biologieunterricht in der Mittelstufe.“
- Besser: „Chemie-Einheiten der Jahrgangsstufe 9 um wöchentliche Schülerexperimente aufgebaut; der Anteil der Klassenarbeiten mit mindestens befriedigend stieg in zwei Jahren deutlich.“
Haben Sie keine Notendaten, beschreiben Sie andere Belege: Teilnehmende Ihrer AG, Leseniveau, Wettbewerbsbeiträge oder eine Methode, die das Kollegium übernommen hat.
Beispiele nach Erfahrung
Referendariat und Berufseinstieg
- Eigenverantwortlicher Unterricht in Mathematik in einer vierten Klasse mit 24 Kindern
- Tägliche Lesegruppen auf drei Niveaustufen geplant und geleitet
- Gemeinsam mit der Klasse Regeln und einen Klassenrat eingeführt und ein Schulhalbjahr lang genutzt
- Wöchentliche E-Mail an die Eltern mit Lerninhalten und Vorschau eingeführt
Erfahrene Lehrkraft
- Unterrichte Deutsch in fünf Lerngruppen, rund 140 Schülerinnen und Schüler im Jahr, darunter eine inklusive Klasse im Team
- Unterrichtsreihe zum argumentativen Schreiben um Debatten neu aufgebaut, die Aufsätze wurden im Schnitt eine Notenstufe besser
- Robotik-AG gegründet, die heute 25 Mitglieder hat
- Zwei Studierende im Praxissemester betreut
Fachkonferenzvorsitz und Koordination
- Fachkonferenz Naturwissenschaften mit sechs Lehrkräften geleitet, monatliche Sitzungen und gemeinsame Klassenarbeiten
- Umstellung auf einen neuen schulinternen Lehrplan für die Jahrgänge 5 bis 10 koordiniert, mit Fortbildung für alle Kolleginnen und Kollegen
- Gemeinsamen Bewertungsbogen für Versuchsprotokolle eingeführt, der im ganzen Fachbereich genutzt wird
- Unterrichtsentwürfe neuer Kolleginnen und Kollegen besprochen und zweimal pro Halbjahr hospitiert
Beispiele nach Schulform und Bereich
Grundschule
- Klassenleitung einer zweiten Klasse mit 22 Kindern in allen Hauptfächern
- Lesekonferenzen und ein Lesetagebuch für zu Hause eingeführt, die meisten Kinder stiegen bis zum Frühjahr mindestens eine Lesestufe auf
- Mit drei Kolleginnen einen Mathe-Abend für Familien organisiert
Sekundarstufe I
- Klassenleitung einer siebten Klasse mit 26 Schülerinnen und Schülern, zwei Elterngespräche pro Kind und Jahr
- Fächerübergreifende Projekte mit Mathematik und Gesellschaftslehre im Jahrgangsteam geplant
- Hausaufgaben teilweise durch kurze Übungsphasen im Unterricht ersetzt, mehr Schülerinnen und Schüler bearbeiteten sie vollständig
Gymnasium und Oberstufe
- Leistungskurs Chemie und zwei Grundkurse in der Qualifikationsphase unterrichtet
- Abiturvorbereitung mit wöchentlichen Übungsklausuren aufgebaut
- Schulteam bei „Jugend forscht“ betreut, ein Projekt erreichte den Landeswettbewerb
Förderschule und Inklusion
- Förderpläne für 14 Schülerinnen und Schüler erstellt, Lernstände dokumentiert und Förderplangespräche geführt
- Im Team mit Regelschullehrkräften in Mathematik und Deutsch der Jahrgänge 5 bis 8 unterrichtet
- Schulbegleitungen und Integrationskräfte in Förderkonzepte und Beobachtungsbögen eingewiesen
DaZ und Fremdsprachen
- Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache der Klassen 3 bis 5 in Förderkursen und im Regelunterricht begleitet
- Wortschatzkarten mit Bildern in vier Herkunftssprachen erstellt
- Wichtige Elterninformationen übersetzen lassen und Gespräche mit Dolmetschern geführt
Kita und frühe Bildung
- Gruppenleitung einer Gruppe mit 16 Kindern im Alter von vier und fünf Jahren
- Spielbasierte Projekte geplant und Entwicklung mit Beobachtungsbögen dokumentiert
- Zweimal im Jahr Entwicklungsgespräche mit Eltern geführt und freitags einen Wochenrückblick mit Fotos verschickt
Kenntnisse und Suchbegriffe
Bewerbungsportale und Ausschreibungen nutzen wiederkehrende Begriffe. Verwenden Sie die Schreibweise der Ausschreibung und nennen Sie nur, was Sie im Unterricht wirklich umgesetzt haben.
| Bereich | Häufige Beispiele |
|---|---|
| Unterricht | Binnendifferenzierung, Kooperatives Lernen, Projektunterricht, Teamteaching, experimenteller Unterricht |
| Diagnose und Bewertung | Lernstandsdiagnostik, Förderpläne, Bewertungsraster, Kompetenzorientierung |
| Klassenführung | Klassenrat, Classroom Management, Trainingsraum, Streitschlichtung |
| Förderung | Inklusion, Nachteilsausgleich, DaZ, Begabtenförderung, Lese- und Rechtschreibförderung |
| Schulleben | Ganztag, AGs, Schulfahrten, Elternarbeit, Schulentwicklung |
| Werkzeuge | Moodle, Microsoft Teams, IServ, Tablets im Unterricht, interaktive Tafeln |
Geduld und Kommunikation sind im Lehrberuf wichtig, aber „geduldig und zugewandt“ beweist nichts. Zeigen Sie es in Stichpunkten: wie Sie einen Schüler mit Schwierigkeiten begleitet, Eltern informiert oder eine neue Kollegin unterstützt haben.
Den Lebenslauf an eine Ausschreibung anpassen
Eine kurze Anpassung pro Schule wirkt besser als derselbe Lebenslauf für alle. Das dauert etwa zehn Minuten:
- Lesen Sie die Ausschreibung und markieren Sie Fächer, Schulform, Schwerpunkte und wiederkehrende Begriffe.
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Fächerkombination und Lehramtsbefähigung sofort zu sehen sind und passen.
- Schieben Sie die passendsten Stichpunkte bei jeder Station nach oben.
- Passen Sie das Profil an, damit der erste Satz die Stelle nennt, etwa „Grundschullehrerin“ für eine Grundschule.
- Erwähnen Sie Konzepte der Schule, die Sie kennen, etwa Ganztag, MINT-Profil oder bilingualen Unterricht.
Übernehmen Sie die Begriffe der Ausschreibung, wenn sie stimmen. Sucht die Schule „Erfahrung in der Inklusion“ und Sie haben im Team mit Sonderpädagogen unterrichtet, schreiben Sie „Inklusion“ und nicht nur „Zusammenarbeit mit Förderlehrkräften“.
Format und Länge
Ein bis zwei Seiten. Nutzen Sie eine Schriftart mit 10 bis 12 Punkt und überall dasselbe Datumsformat. Wichtige Angaben gehören nicht in Tabellen, Textfelder oder Bilder, weil Bewerbungsportale sie manchmal überspringen.
Senden Sie den Lebenslauf als PDF und benennen Sie die Datei eindeutig, etwa „Katharina-Brandt-Lebenslauf-Lehrerin.pdf“. Zeugnisse beider Staatsexamen oder Ihrer Studienabschlüsse und dienstliche Beurteilungen gehören in die Anlagen.
Warum die Abschnitte in dieser Reihenfolge stehen
Die Lehramtsbefähigung steht direkt nach dem Profil, weil sie das Erste ist, was eine Schulleitung prüft. Danach kommt die Berufserfahrung und dann die Ausbildung, denn nach den ersten Jahren sagt Ihr Unterricht mehr über Sie als Ihr Studium.
Kommen Sie gerade aus dem Referendariat, kann die Ausbildung nach oben rücken, und das Referendariat wird zur wichtigsten Station. Die Vorlage für Studierende zeigt diesen Aufbau für Menschen am Anfang ihrer Laufbahn.
Die Kenntnisse stehen unter der Ausbildung. Sie stützen die Stichpunkte darüber, entscheiden aber selten allein über eine Einladung.
Häufige Fehler
- Aufgaben, die jede Lehrkraft hat, etwa „Unterricht vorbereitet und Klassenarbeiten korrigiert“
- Fächer oder Schulform fehlen
- Die Lehramtsbefähigung fehlt oder ist ohne Bundesland und Jahr
- Namen oder Details, die einzelne Kinder erkennbar machen
- Fachbegriffe, die eine Schulleitung aus einem anderen Fach nicht kennt
- Ergebnisse, die Sie im Gespräch nicht erklären können
- Unterschiedliche Datumsformate bei verschiedenen Stationen
- Zwei Seiten am Anfang der Laufbahn, wenn eine reicht
Checkliste vor dem Absenden
- Bezeichnung und Profil passen zu Fächern und Schulform der Ausschreibung
- Lehramtsbefähigung, Fächer und Bundesland sind leicht zu finden
- Jede aktuelle Station hat mindestens einen Stichpunkt mit Ergebnis
- Begriffe aus der Ausschreibung, die auf Sie zutreffen, stehen im Lebenslauf
- Keine Namen oder erkennbaren Details von Schülerinnen und Schülern
- Daten, Rechtschreibung und Schulnamen sind einheitlich
- Die Datei ist ein PDF mit Ihrem Namen im Dateinamen